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    Die Panik der Elite vor Kryptowährungen - oder wo der Hase im Pfeffer liegt!

    Erstellt: 16.01.2018 | Aktualisiert: 17.01.2018

    Warum gehen Politiker, Wirtschaftseliten und vor allem die Finanzindustrie wegen Kryptowährungen auf die Barrikaden?

    Die Panik der Elite vor Kryptowährungen - oder wo der Hase im Pfeffer liegt! • Kryptowährungen

    Im Bereich der Kryptowährungen gibt es eine ganze Menge Risiken, die man nicht vergessen sollte, wenn man in diesem Bereich investieren möchte.

    Neben technischen Schwierigkeiten einer relativ neuen Technologie, haben natürlich auch Abzocker, Hacker und andere weniger wohlwollende Zeitgenossen die Kryptowährungen entdeckt.

    Dennoch sind in letzter Zeit die größten Schwankungen und Unsicherheiten bei Kryptowährungen ganz anderer Natur.

    Durch den steigenden Erfolg der neuen Klasse von Währung, kommen immer mehr Politiker und Wirtschaftseliten zu Wort und sehen das Feld der Kryptowährungen großteils als äußerst negativ. Am besten gleich verbieten.

    Und das, obwohl sich die wenigsten wirklich damit beschäftigt haben und kaum eine konkrete Vorstellung davon haben, wie diese Kryptos überhaupt funktionieren.

    Mal ganz abgesehen davon, dass man sich offiziell doch immer Innovation wünscht und sogenannte FinTechs in den höchsten Tönen lobt.

    In diesem Artikel wollen wir uns mal genauer ansehen, warum Politiker, Wirtschaftseliten und besonders die Finanzindustrie fast schon Panikattacken wegen Kryptowährungen bekommt.

    Zuerst ein paar der oft genannten Argumente gegen Kryptowährungen. Üblicherweise werden die folgenden Punkte gegen Kryptowährungen vorgebracht:

    • Geldwäsche
    • Terrorfinanzierung
    • Keine Regulierung

    Kryptowährungen werden zur Geldwäsche genutzt

    Dieses Argument wird sehr oft ins Feld geführt und ist natürlich auch ein spannendes Argument.

    Besonders, da es in der Natur der Sache liegt, dass es dazu wenig stichhaltige Daten gibt um es zu widerlegen - aber auch nicht um es zu bestätigen.

    Sieht man sich jedoch die meisten Kryptowährungen an, so sind diese weder anonym, noch gibt es ein prinzipielles Problem einer Regulierung, die immer wieder gefordert wird.

    Eine Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg für das BMF1 schätzt das jährliche Volumen der Geldwäsche in Deutschland auf bis zu 100 Milliarden Euro.

    Und das bereits vor den Höhenflügen von Bitcoin und Kollegen. Für diese Menge an Geldwäsche reicht die Kapitalisierung von Kryptowährungen noch lange nicht.

    Abgesehen davon, kennt wohl jeder der schon mal etwas größere Summe über Kryptowährungen transferieren wollte, dass dies nicht ganz so einfach ist, wie es oft dargestellt wird.

    Da ist es schon einfacher mit dem Geldkoffer vorbei zu kommen.

    Natürlich soll das nicht bedeuten, dass mit Kryptowährungen sicher kein Geld gewaschen wird - entscheidend ist aber das Verhältnis.

    Auch mit Euros, US-Dollars, Pizzerien, Reisebüros und speziell über Banken wird Geld gewaschen - ein Verbot möchte hier aber niemand durchsetzen.

    Kryptowährungen werden zur Terrorfinanzierung verwendet

    Die Terrorbedrohung ist inzwischen der Standard-Vorwand um praktisch jede gewünschte Änderung zu legitimieren.

    Terrorismus ist laut einer Umfrage die größte Angst der Deutschen2 und damit muss man Terror auch entsprechend ernst nehmen.

    Wir wollen hier nichts verharmlosen, sondern uns einfach mal nur die Zahlen ansehen3 - und diese sagen: Pro Tag sterben in Deutschland mehr Menschen im Straßenverkehr als es im Jahresschnitt Terrortote gibt.

    Das kann natürlich auch an der unglaublich guten Arbeit der Behörden liegen - gehen wir einfach mal davon aus.

    Wir wollen hier nicht weiter ins Detail gehen, aber die Finanzierung über Kryptowährungen ist in diesem Fall wohl der komplizierteste Weg und auch nicht wirklich ein Grund um ein Problem mit Kryptowährungen zu haben.

    Kryptowährungen sind nicht reguliert

    Ein oft gehörtes Argument ist die Wild-West Mentalität im Kryptoumfeld und insbesondere, dass es keine bzw. keine "richtige" Regulierung gibt.

    Das ist ein sehr guter Punkt und viele Anleger im Bereich von Kryptowährungen wären mit Sicherheit froh, wenn es hier klarere Regelungen und rechtlich belastbare Aussagen geben würde.

    Wenn dies ein Problem darstellt, und das kann man durchaus so sehen, dann stellt sich natürlich die Frage warum die dafür Zuständigen zwar pausenlos und öffentlich unqualifizierte Aussagen in den Raum stellen, sich aber nicht schon längst an die Arbeit gemacht haben, diese Regulierungen auch umzusetzen.

    Die einzigen Vorschläge im Bereich der Regulierung gehen fast immer in Richtung von Verboten, Einschränkung und Abgrenzungen - aber es wird kaum über vernünftige Regeln über den offiziellen Umgang mit Kryptowährungen gesprochen.

    Vermutlich kann man das jedoch auch in die gleiche Kategorie wie das Internet an sich einordnen. Auch dieses galt im Jahr 2013 noch als "Neuland". So gesehen müssen wir noch ein paar Jahrzehnte ins Land ziehen lassen ;)

    Aber was macht denn jetzt Angst an Kryptos?

    Damit wir genauer sehen, warum Kryptowährungen Zornesröte und Angstschweiß auslösen, sehen wir uns zuerst an, wie Wirtschaft funktioniert.

    Der Wirtschaftskreislauf

    Der Wirtschaftskreislauf ist ein Modell, welches die Geld- und Güterströme zwischen den Beteiligten eines Wirtschaftsraumes darstellt.

    Um ein möglichst reales Abbild zu bekommen, betrachten wir die 5 wichtigsten beteiligten Sektoren:

    • Haushalte
    • Unternehmen
    • Kapitalsammelstellen (Banken)
    • Staat
    • Ausland

    Mit diesem Modell eines offenen Wirtschaftskreislaufs haben wir alle wichtigen Beteiligten inkludiert, also auch den Staat und das Ausland (immerhin leben wir im Zeitalter der Globalisierung).

    Zwischen den Beteiligten Sektoren kommt es nun zu Transaktionen. Da diese Transaktionen in sich einen Kreislauf ergeben, spricht man von Wirtschaftskreislauf.

    Sieht man sich den Kreislauf zwischen diesen Sektoren an, dann sieht das so aus:

    Wirtschaftskreislauf @CryCurry

    Sehen wir uns einen kleinen Kreislauf an: Die Haushalte erzielen durch ihre Arbeit bei Unternehmen ein Einkommen, dieses Einkommen investieren die Haushalte wiederum in Konsumgüter von Unternehmen und der Kreislauf schließt sich.

    Das Bild zeigt natürlich nicht alle möglichen Transaktionen, aber es gibt einen sehr guten Überblick

    Wir haben es zwar nicht explizit erwähnt, aber der Großteil dieser Transaktionen läuft in Euro ab. Wir bekommen unser Gehalt in Euro, konsumieren in Euro, sparen in Euro und zahlen auch unsere Steuern in Euro.

    Das ist natürlich naheliegend (bzw. "zwingend" notwendig), weil der Euro das gesetzliche Zahlungsmittel darstellt.

    Deshalb ist der gesamte Kreislauf auch in einem grauen Rahmen dargestellt, welcher vereinfacht gesagt von der Zentralbank gesteuert wird.

    Die Zentralbank ist also die graue Eminenz im Hintergrund, welche die Euro erschafft und uns zur Verfügung stellt, damit wir überhaupt Transaktionen ausführen können.

    Einführung von Kryptowährungen

    Tauschen wir jetzt einfach mal die Währung aus.

    In der Praxis wird das natürlich nicht vollständig passieren, aber um ein besseres Verständnis zu bekommen, gehen wir davon aus, dass der komplette Wirtschaftsraum von Euro auf Kryptowährungen umsteigt.

    Was passiert jetzt, wenn wir einfach mal die Währung austauschen und statt Euro einfach den Bitcoin, oder eine andere Kryptowährung, für sämtliche Transaktionen verwenden?

    Na ja, prinzipiell sollte sich gar nichts ändern. Nur die Einheit ist anders, aber wir müssen natürlich immer noch unsere Steuern bezahlen, wollen etwas sparen und möchten auch gerne weiterhin konsumieren.

    Allerdings ändert sich DOCH etwas entscheidendes.

    Das sieht man besser, wenn man den Wirtschaftskreislauf so darstellt, wie er in der Realität stattfindet.

    Wir sehen uns also nicht die modellhaften Geldströme an, sondern wie diese Geldströme im wirklichen Leben fließen.

    Im echten Leben ist es natürlich (fast) nie so, dass wir unsere Steuern in bar zum Finanzamt bringen. Und die meisten Dinge kaufen wir (hoffentlich) auch nicht mit selbst gedruckten Euro. Und unseren Lohn bekommen wir schon lange nicht mehr in der Lohntüte.

    Im echten Leben läuft alles über Banken.

    Und weil das so ist, sieht der Wirtschaftskreislauf etwas realistischer so aus:

    Wirtschaftskreislauf eher zentral @CryCurry

    Das sieht jetzt natürlich schon nicht mehr ganz so nach Kreislauf aus, sondern eher etwas zentralisierter.

    Und dabei haben wir noch gar nicht berücksichtigt, dass sozusagen im Hintergrund die Zentralbank(en) werkeln, um die Euros für diesen ganzen Kreislauf überhaupt erst zu schaffen!

    Gut, was ändert das neue Bild nun wenn wir Kryptos statt Euros verwenden?

    Damit ändert sich der Wirtschaftskreislauf beim Einsatz von Kryptowährungen nun doch etwas und sieht jetzt so aus:

    Wirtschaftskreislauf mit Kryptowährungen @CryCurry

    Jetzt sieht man eine massive Änderung zum Modell davor. Die extreme Änderung ergibt sich, weil Kryptowährungen eben nicht von Zentralbanken geschaffen werden und auch nicht von Banken verwaltet und verteilt werden.

    Und das ist auch genau jenes Bild, welches Schweißperlen über so manche provisionsgefütterte Bankerwange laufen lässt. DIE BANKEN FEHLEN!

    Es ist jetzt auch nicht so, dass anstelle von Banken oder Zentralbank so etwas wie Kryptobanken und Krypto-Zentralbanken notwendig sind.

    Die Banken und Zentralbanken verschwinden ohne Ersatz einfach von der Bildfläche.

    Die Funktion für das Schaffen der Währung sowie die Verteilung und Organisation wird (zumindest im Prinzip) von allen, also dir, Herrn Müller, Frau Maier und mir übernommen.

    Denn im Falle von Kryptowährungen gibt es einfach keine Banken im klassischen Sinne mehr. Es gibt auch keine Zentralbank mehr, welche die Währung erschafft.

    Natürlich kann(!) es auch Unternehmen geben, welche die Benutzung von Kryptos vereinfachen oder zusätzliche Dienstleistungen anbieten. Aber das ist optional.

    So richtig schwer zu verdauen wird dieses Bild, wenn man sich überlegt wer die Kontrolle über die neue Währung hat.

    Lag früher die Kontrolle bei der Zentralbank und damit indirekt auch im Dunstkreis von Staat und Politik (ich weiß, Zentralbanken sind offiziell unabhängig), so liegt sie jetzt verteilt bei allen.

    Hier liegt also der Hase im Pfeffer bei den Kryptos

    Kryptowährungen entreissen Banken praktisch die Geschäftsgrundlage, machen Zentralbanken überflüssig und beschränken den Staat (oder besser gesagt die Regierung) massiv in seinen Eingriffsmöglichkeiten.

    Schnell mal neue Investitionsprogramme auflegen und die Geldmenge erhöhen läuft jetzt nicht mehr.

    Gar nicht gut für die Genannten ;)

    Natürlich spricht nichts dagegen, dass Zentralbanken auch in diesen Markt einsteigen und eigene Kryptowährungen auflegen.

    Es spricht auch nichts dagegen, dass Banken neue Dienstleistungen anbieten und nicht gegen, sondern mit Kryptowährungen arbeiten.

    Aber das würde natürlich Aufwand bedeuten und man müsste sich zuerst ernsthaft damit beschäftigen und das mögen viele nicht so gernen ...

    Fragen und Antworten

    Ist das bei allen Kryptowährungen so?

    Das Grundkonzept von Kryptowährungen ist eine massive Dezentralisierung - also die Macht von Banken und Zentralbanken in die Hände von allen zu geben.

    Generell über Kryptowährungen zu sprechen ist aber prinzipiell etwas schwierig, da es hier inzwischen eine so große Vielfalt gibt, dass fast jede vorstellbare Variante von irgendeinem neuen Krypto abgedeckt wird.

    Prinzipiell ist aber zu sagen, dass es auch Währungen gibt, welche einen stark zentralistischen Ansatz haben und auch relativ abgeschottet von der Öffentlichkeit arbeiten. Das Paradebeispiel dafür ist Ripple, welcher von manchen daher gar nicht als echte Kryptowährung anerkannt wird.

    Wer schafft die Währung wenn es keine Zentralbanken gibt?

    Die Erschaffung der Währungseinheiten hängt von der jeweiligen Kryptowährung ab.

    Manche Kryptowährungen erschaffen alle Währungseinheiten gleich zu Beginn und danach gibt es keine Änderung an der Gesamtmenge mehr.

    Andere Kryptowährungen, zum Beispiel auch im Falle von Bitcoin, erschaffen laufend neue Währungseinheiten nach einem genau definierten Algorithmus.

    Im Falle von Bitcoin werden derzeit alle 10 Minuten genau 12,5 neue Bitcoins erschaffen.

    Der entscheidende Unterschied zu klassischen Währungen liegt darin, dass jederzeit genau definiert ist, wie viele neue Einheiten exakt geschaffen werden.

    Es gibt also niemand der bestimmen kann die Geldmenge je nach Bedarf zu erhöhen oder zu reduzieren.

    Wer führt die Transaktionen aus wenn es keine Banken gibt?

    Wenn man eine Transaktion ausführen möchte, gibt man an, wie viel und an wen (bzw. welche Adresse) man eine Überweisung durchführen möchte - genau so wie bei einer Banküberweisung.

    Diese Transaktion wird an das Netzwerk übergeben und dort dem Empfänger gutgeschrieben.

    Am Ende wird die Transaktion genau so wie bei Banken von Computersystemen ausgeführt.

    Der Unterschied liegt darin, dass es nicht die Computersysteme einer Bank sind, sondern ein verteiltes Netzwerk an Computern.

    Also auch dein oder mein Computer können Transaktionen durchführen und bestätigen, wenn wir Teil eines Kryptonetzwerkes sind.

    Wie viele Kryptowährungen gibt es?

    Das lässt sich schwer sagen, da es laufend neue Währungen gibt.

    Ganz grob kann man jedoch sagen, dass es aktuell mehrere tausend Währungen gibt, von den ein paar hundert größere Relevanz haben.

    Hierbei ist auch zu beachten, dass viele Kryptowährungen einen ganz speziellen Einsatzzweck verfolgen und die meisten gar nicht dafür gedacht sind als Euroersatz aufzutreten.

    Eine Liste der Top 100 Kryptowährungen findet man auf CryCurry.

    Weitere Fragen

    Einfach eine E-Mail an uns und dann sehen wir uns das an.

    Weitere Informationen

    [1] Dunkelfeldstudie Geldwäsche [2] Handelsblatt: Terror in Europa [3] Zeit Online: Terror in Zahlen

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